Unmittelbarer Ausdruck vs respektloses Ausspucken

kjd «conscious shit!» diesen Begriff habe ich neu gelernt am Cypher19 – einer Sendung von SRF Virus, in welcher während fast sieben Stunden etwa 80 Schweizer Rapper plus eine Handvoll Schweizer Rapperinnen das Mikrofon herumreichten. Bei diesem Live-Event ging es darum, kurze unveröffentlichte Texte zum Besten zu geben. Es dominierten respektloses Ausspucken ‚Spitten‘ von Fluchwörtern und Beleidigungen, Frauenfeindlichkeit und Grössenvergleiche aus der Steinzeit. Ein eher unerwarteter Ort für bloggenswerte Erkenntnisse. Wird dieser Text also eine Anti-HipHop-Moralpredigt? Weit gefehlt!

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Aufstellungen für den Wandel: Wie alles begann

jb Ich kann mich noch gut an meine erste Rolle in einer systemischen Aufstellung erinnern: 2001 habe ich mich bei einem Workshop angemeldet, um meine Herkunftsfamilie aufzustellen, damals noch sehr klassisch. Bei meinem ersten Einsatz wurde ich von einer teilnehmenden Person als Stellvertreterin für einen Alkoholiker gewählt. Kaum hatte ich den entsprechenden Platz eingenommen, wurde mir so sehr schwindlig, dass ich kaum noch stehen konnte. Es hat mich fasziniert, wie das möglich war, wie diese Beziehungen in einem System, einfach so von fremden Personen wahrgenommen und erfahren werden konnten.

Seither hat mich die Aufstellungsarbeit nicht mehr losgelassen.

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Mutter und soziale Unternehmerin: Der Einstieg

kjd „…ihr geht alle schon wieder arbeiten?“ Meine Banknachbarin in der Garderobe des Rückbildungs-Pilates ist offenbar irritiert. Es stellt sich heraus, dass sie einen Satz des Gesprächs aufgeschnappt hat, welches ich mit einer anderen Frau des Kurses führe. Sofort fühle ich mich missverstanden und habe das Gefühl, ich müsse mich rechtfertigen: Wer ist hier alle? Hat sie überhaupt gehört, wie wir uns als junge Familie organisieren? Warum habe ich das Bedürfnis zu entgegnen, dass es sich in meinem Fall nicht um die Art Arbeit handelt, welche sie vielleicht kennt.

Ich merke, dass eine Klärung hier und jetzt nicht möglich ist. Aber der Kommentar, seine Tonalität und die gefühlte Diskrepanz zu meinem Erleben lässt mich nicht los. Was es heisst, Mutter und soziale Unternehmerin zu sein, das finde ich gerade heraus und möchte hier einige meiner Gedanken und Wünsche teilen.

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miteinander unterwegs – für eine enkeltaugliche Zukunft

kjd Wenn mir kaum bekannte Menschen unser Quartett mit „Ah, die Webinarfrauen!“ begrüssen, staune ich jedes Mal. Mit den Online-Seminaren ist uns zwar nicht der grosse Durchbruch gelungen, trotzdem ist dieses Experiment auf Interesse gestossen und einigen Menschen in Erinnerung geblieben. Ein Irrweg war es auf keinen Fall. Denn es war diese ganz konkrete Idee, welche Cécile dazu veranlasst hat, Jeannine, Suzanne und mich im Sommer 2016 zu einer Retraite in ihr Haus und Garten einzuladen.

Als Expertin eines Themenbereichs sind wir angereist, doch begegnet sind wir uns an diesem Wochenende vor allem als Menschen und als Frauen. Beim Teilen unserer Lebensgeschichten konnten wir tief mitfühlen, manchmal auch nur dankbar staunen. Die natürliche Verbundenheit hat uns berührt. War sich jede von uns gewohnt, in ihrem Feld als Pionierin zu wirken, so fühlte sich dieses Miteinander ganz neu an. Das Resultat der Auszeit hatte es in sich: Wir wollten ab sofort unsere Kräfte bündeln und gemeinsam die Zukunft mitgestalten. Wir haben uns entschieden, unsere Herzensanliegen zu teilen und andere zu inspirieren, ihre Talente freudvoll in die Welt zu bringen.

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Aufstellungen für den Wandel: Feuer und Erde sein

kjd Wir freuen uns über die Gelegenheit, zwei unserer Herzensanliegen zu verbinden: Mithilfe der systemischen Aufstellung wagen wir einen Blick auf unsere Beziehung zur Natur. Wir wollen dabei nicht nur uns als Individuum betrachten, sondern insbesondere den Umgang von uns als Gesellschaft mit der Natur beleuchten. Als Ansatzpunkt dienen uns dafür die Elemente. Gestartet haben wir mit einem Aufstellungsnachmittag zum Thema „Feuer und Erde sein“.

Wir sind mittlerweilen sehr zufrieden mit der von uns entwickelten Struktur der „Aufstellungen für den Wandel“. Natürlich probieren wir in diesem Gefäss immer noch Neues aus, aber der Ablauf, wie er jetzt steht, hat sich bewährt und wir können uns nun umso tiefer auf die Inhalte einlassen. Die Aufstellung ist das Kernstück des Nachmittags, wir beginnen aber jeweils nach dem Einstieg mit einer Einstimmung ins Thema.

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Von der Vision zur Zielverwirklichung

jb Wie können wir unsere Vision kraftvoll verwirklichen? Vor dieser Frage stehen früher oder später die meisten Organisationen, welche sich für eine nachhaltige Welt einsetzen wollen. Sicher gibt es viele hilfreiche Methoden und Tools, die uns bei der Umsetzung und Verwirklichung unserer Visionen unterstützen. Wir von momo&ronja haben uns für die Soziokratie entschieden, eine umfassende und partizipative Organisationsmethode, die uns hilft, unsere Arbeit zu strukturieren und gemeinsam vorwärts zu gehen.

Neben der soziokratischen Gesprächsleitung, die wir in unseren Sitzungen anwenden und als Unterstützung unseren Kund*innen anbieten, brauchen wir für uns selbst als weiteres Instrument die Formulierung von Vision-Mission-Zielen/Angeboten, um mehr Klarheit in unser Wirken zu bringen. Speziell und auch etwas gewöhnungsbedürftig daran ist, dass in der soziokratischen Methodik hier in diesem Kontext die Ziele den Angeboten entsprechen. Die Angebote lassen sich so direkt über die Mission mit der Vision verbinden. Mein Aha-Erlebnis, das ich beim Formulieren der Mission erlebt habe, möchte ich gerne teilen.

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Eine Geschichte über die Magie des Zuhörens

jb In diesem Blog möchte ich eine meiner Lieblingsgeschichten mit euch teilen. Sie handelt von der Kraft der Geschichten, wenn Menschen im Kreis zusammen kommen, um sie zu teilen, und von der Kraft der Stille, die zwischen den gesprochenen Worten wirkt. Momo, die bekanntlich zuhören kann wie keine andere,  hätte ihre wahre Freude an dieser Erzählung über die Magie des Zuhörens. 🙂

Sein Name war Joe, oder so ähnlich. Er hatte halb spanisches, halb indianisches Blut in den Adern. Sein Grossvater, der Vater seines Vaters, war ein Vollblut-Pueblo und Mitglied des Ältestenrates seines Stammes. Joe hatte die Pueblos als Kind mit seiner hispanischen Mutter Mutter verlassen und war während der Depression als Zwanzigjähriger zurückgekommen, um die Traditionen seines Stammes zu lernen.

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